Dr. Ursula von der Leyen überzeugt sich von der Beratungsqualität in der Apotheke

25.09.2017 | Textumfang: 4.353 inkl. Leerzeichen

CDU-Politikerin besucht Apotheke in Hannover

Bei einem Besuch in der Leibniz-Apotheke am 22. September 2017 in Hannover informierten sich die Bundesministerin der Verteidigung, Dr. Ursula von der Leyen (CDU), und die Vorsitzende des CDU Ortsverbandes Hannover-Mitte, Diana Rieck-Vogt, bei Apothekerin und Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen Magdalene Linz über die verschiedenen Aufgabenbereiche in einer Apotheke. Als approbierte Ärztin bekräftigte von der Leyen, dass die Heilberufler Arzt und Apotheker im Sinne der Patientensicherheit Hand in Hand zusammen arbeiten müssen.

Mehr als 2.000 in der Apotheke hergestellte Rezepturen pro Jahr

Apothekerin Magdalene Linz führte die Politikerinnen aus Hannover durch die verschiedenen Arbeitsbereiche einer Apotheke. So stellt die Leibniz-Apotheke mehr als 2.000 Rezepturen jährlich her, ein anspruchsvolles Handwerk. Spezial- und Individualrezepturen werden auf den persönlichen Bedarf des Patienten abgestimmt und sind feste Bestandteile im Alltag des Apothekers. Besonders anspruchsvoll ist die Versorgung von Kindern und Säuglingen. Denn oft stehen nur Medikamente für Erwachsene zur Verfügung: Rezepturen in kindgerechter Dosierung werden vom Apotheker in Kapselform, als Tropfen oder Saft angefertigt.

Apotheker sind wichtige Gesprächspartner für Ärzte

Die Apotheke von Magdalene Linz ist spezialisiert auf Infektiologie – HIV, Hepatitis, Drogensubstitution, Multiple Sklerose, Lungen- und Hauterkrankungen. In diesen Bereichen arbeitet Linz intensiv mit Ärzten zusammen und geht zudem auch zur Fortbildung auf Ärztekongresse. Die Leibniz-Apotheke hat sich als feste Station bei den Exkursionen der Medizinstudierenden der Medizinischen Hochschule Hannover etabliert. Von der Leyen betonte an dieser Stelle, wie wichtig die Zusammenarbeit im heilberuflichen Netzwerk sei. „Als Arzneimittelfachleute sind die Apotheker für eine erfolgreiche Arzneimitteltherapie wichtige Gesprächspartner für die Ärzte“, erklärte von der Leyen. „Erste Schritte, die Zusammenarbeit zwischen Arzt und Apotheker im Gesundheitssystem fest zu verankern, sind bereits getan“, so Magdalene Linz.

Medikationsmanagement fest verankern

Die Apotheker wünschen sich für die Patientensicherheit in der Apotheke vor Ort ein umfangreiches Medikationsmanagement. In der Leibniz-Apotheke arbeiten bereits zwei Apotheker, die im Bereich Medikationsanalysen zertifiziert sind. Der Apotheker begleitet und unterstützt die Erkrankten meist ein Leben lang. Er sollte auch der erste Ansprechpartner wie der Arzt sein, wenn es um die Erstellung eines Medikationsplans geht, was bisher im E-Health-Gesetz nicht vorgesehen ist. Apotheker erklären alle Arzneimittel mit Wirkstoffen und Anwendungsgebieten in leicht verständlicher Sprache und informieren über die korrekte Dosierung der Medikamente. Abschließend wird der Plan durch Einnahmehinweise ergänzt und die Medikamente werden auf Wechsel- und Nebenwirkungen analysiert. Es braucht das ganze Team aus Apotheker, Patient und Arzt, um das Risiko von arzneimittelbezogenen Problemen, die insbesondere bei alten Menschen auftreten, zu erkennen und zu verringern.

Apotheker fordern Versandhandelsverbot für Patientensicherheit

Patientensicherheit ist auch das Stichwort, wenn es um den Versandhandel für rezeptpflichtige Medikamente geht. „Gerade für ältere Patienten auf dem Lande ist das persönliche Beratungsgespräch in der Apotheke sehr wichtig für die Therapietreue und zum Entdecken von unerwünschten Arzneimittelwirkungen“, erklären von der Leyen und Linz übereinstimmend. „Wir Apotheker stimmen gemeinsam mit dem derzeitigen Bundesminister für Gesundheit Hermann Gröhe gegen den Versandhandel für rezeptpflichtige Arzneimittel, um die Wettbewerbsverzerrung durch das Urteil des Europäischen Gerichtshofes zwischen ausländischen Versandapotheken und niedergelassenen deutschen Apotheken zu beseitigen, die Einheitlichkeit der Preise wiederherzustellen und um die Versorgung der Bevölkerung durch Apotheken in der Fläche dauerhaft sicher zu stellen.“

Linz wünscht sich für den Flächenstaat Niedersachsen eine Stärkung der bestehenden und funktionierenden wohnortnahen Strukturen, die nicht nur an ihrem wirtschaftlichen Erfolg gemessen werden dürfen.

Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

 

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