Hochwertige Arzneimittel in kindergerechter Dosierung

Frankfurt am Main | 09.10.2018

Apotheker schließen wichtige Versorgungslücke

Fertigarzneimittel reichen zur Patientenversorgung in vielen Fällen nicht aus – betroffen sind davon vor allem die kleinen Patienten. Die Apotheke vor Ort stellt dann die passende Rezeptur individuell her. Doch Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, erklärt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Daher stellt der Apotheker Medikamente in kindergerechten Dosierungen her oder fertigt Rezepturen für Indikationsbereiche an, in denen es keine zugelassenen Fertigarzneimittel gibt. Diese individuell hergestellten Rezepturen sind deutlich besser an die Bedürfnisse der kleinen Patienten angepasst und sorgen für eine erfolgreiche Therapie.

Salben, Kapseln und Lösungen

Damit die Versorgung mit hochwertigen Individualrezepturen lückenlos möglich ist, ist jede Apotheke – ob in Hessen oder den anderen Bundesländern – gemäß Apothekenbetriebsordnung  gesetzlich dazu verpflichtet, Rezepturen herzustellen. Die Darreichungsformen variieren: Häufig werden in der Apotheke patientenindividuelle Salben, Kapseln oder Lösungen angefertigt, da kindgerechte Dosierungen meistens nicht industriell produziert werden. Insbesondere für Kinder, die an ernsthaften Erkrankungen leiden und beispielsweise Blutdrucksenker oder Hormone benötigen, verordnen die Ärzte Wirkstoffe in kindgerechten Dosierungen, die dann in der Apotheke als Kapseln hergestellt werden. Häufig ist erst durch diese Herstellung eine für das jeweilige Kind richtige Therapie möglich.

Mit höchster Sorgfalt

Die Herstellung von Individualrezepturen ist ein aufwendiger Vorgang. Dies liegt zum einen daran, dass die Hygiene- und Prüfvorschriften penibel eingehalten werden müssen. Zum anderen benötigt der Herstellungsprozess selbst seine Zeit. Gerade in diesem Bereich bewegen sich die Dosierungen im Milligramm- bis Mikrogrammbereich. Die Rezeptur wird mit größter Sorgfalt hergestellt, damit eine hohe Qualität gewährleistet werden kann. So kann sichergestellt werden, dass sich der Wirkstoff gleichmäßig verteilt oder sich eine Salbe nicht vorzeitig zersetzt. Am Ende des Herstellungsprozesses erfolgt die Auswahl des passenden Abgabegefäßes sowie dessen vorschriftsgemäße Beschriftung.

Herstellungsprozess genau geregelt

Um eine gleichbleibend hohe Qualität der selbst hergestellten Medikamente zu gewährleisten, ist der Herstellungsprozess von Rezepturen gesetzlich genau geregelt. In einem Herstellungsprotokoll dokumentiert das Apothekenpersonal sämtliche Herstellungsschritte und prüft das vorliegende Rezept, den Namen des Patienten und des verschreibenden Arztes. So können sich Patienten und Ärzte gewiss sein, dass ein qualitativ hochwertiges und sicheres Produkt eingesetzt wird.

Prüfung von Zusammensetzung und Plausibilität

Die Ausgangsstoffe für die Rezeptur werden in der Apotheke  genau auf Identität geprüft. Zudem untersucht der Apotheker die Zusammensetzung der Rezeptur noch vor der Herstellung auf Plausibilität. Dabei wird sichergestellt, dass alle Bestandteile unschädlich sind, richtig dosiert vorliegen und sich nicht gegenseitig in ihrer Wirkung beeinträchtigen. Wenn nötig, werden zusätzliche Hilfsstoffe eingefügt, um die Stabilität der Rezeptur zu gewährleisten. Bei Unklarheiten oder Unstimmigkeiten jedweder Art berät er sich mit dem Arzt, in dessen Verantwortung die Verordnung liegt. Apotheken unterziehen sich auch einer externen Qualitätskontrolle durch das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker, um die Qualität ihrer Herstellung zu dokumentieren.

Beratung in der Apotheke

In der Apotheke vor Ort helfen die Apotheker gern weiter, wenn es um die Herstellung und die Anwendung der individuellen Rezepturen geht. So ist es etwa wichtig, vor dem Sommerurlaub oder einer Klassenfahrt penibel darauf achten, dass stets eine ausreichende Menge des Medikaments vorhanden ist. Gerade bei Auslandsreisen sollten sich Patienten rechtzeitig mit den benötigten Arzneien versorgen: Hier kann nicht immer gewährleistet werden, dass Individualrezepturen mit dem richtigen Wirkstoffgehalt oder in der entsprechenden pharmazeutischen Qualität erhältlich sind.

Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Pressekontakt der Landesapothekerkammer Hessen:
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Susanne Pfeiffer
Wrangelstraße 111
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Apotheker schließen mit Individualrezepturen eine wichtige Versorgungslücke. Foto: ABDA