Landesapothekerkammer Hessen fordert Umsetzung des Koalitionsvertrages

Frankfurt am Main | 21.11.2018

Resolution an die Bundesregierung

Die Delegiertenversammlung der Landesapothekerkammer Hessen hat soeben einstimmig eine Resolution an die Bundesregierung verabschiedet, die im Koalitionsvertrag vereinbarte Rückführung des Versandhandels mit Arzneimitteln auf das europarechtlich gebotene Maß zügig umzusetzen. „Wir erwarten, dass der Koalitionsvertrag mit Leben erfüllt und die Gleichpreisigkeit von verschreibungspflichtigen Medikamenten wieder hergestellt wird“, betonte Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. „Diese Gleichpreisigkeit ist das Fundament für eine qualitätsgesicherte Arzneimittelversorgung durch wohnortnahe, inhabergeführte Apotheken und verhindert einen ruinösen Preiswettbewerb – zum Wohle der Bevölkerung“.

Gleichpreisigkeit ist Verbraucherschutz

Die wohnortnahe und flächendeckende Arzneimittelversorgung in Deutschland ist auf der Gleichpreisigkeit von verschreibungspflichtigen Medikamenten bei der Abgabe an die Patienten aufgebaut. Sie schützt die Verbraucher und verhindert das Übervorteilen von kranken Menschen. Damit die Aufgaben der Apotheke vor Ort weiterhin zum Wohle der Patientinnen und Patienten erfüllt werden können, ist die Einhaltung der Arzneimittelpreisverordnung und damit die Gleichpreisigkeit von verschreibungspflichtigen Medikamenten die Voraussetzung: Nur so kann eine flächendeckende Arzneimittelversorgung zu jeder Tag- und Nachtzeit durch Apotheken vor Ort langfristig sichergestellt werden.

Unhaltbare Schräglage

Doch nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 19.10.2016 gelten die Vorschriften der Arzneimittelpreisverordnung nicht mehr für ausländische Versandapotheken. Dadurch ist eine Schräglage für die Apotheken vor Ort entstanden. Mit Blick auf den Koalitionsvertrag fordert die Delegiertenversammlung der Landesapothekerkammer Hessen den Ausschluss von verschreibungspflichtigen Medikamenten vom Versandhandel – die einzige zielführende Maßnahme, um die Gleichpreisigkeit wieder herzustellen.

Zukunftsfähig aufgestellt

Insbesondere vor dem Hintergrund einer älter werdenden Gesellschaft und dem damit verbundenen Anstieg an pflegebedürftigen Menschen ist es für die Apothekerinnen und Apotheker essentiell, Weiter- und Neuentwicklungen im Gesundheitswesen zum Wohle der Patientinnen und Patienten aktiv mitzugestalten. Sie arbeiten zukunftsorientiert und übernehmen auch neue Aufgaben: So bringen sich die Apotheker aktiv in Projekte der Digitalisierung wie beispielsweise die Einführung des elektronischen Rezeptes (eRezept) ein.

Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Die Resolution im Wortlaut

Die Delegiertenversammlung der Landesapothekerkammer Hessen fordert die Bundesregierung auf, die im Koalitionsvertrag vereinbarte Rückführung des Versandhandels mit  Arzneimitteln auf das europarechtlich gebotene Maß zügig umzusetzen.

Auf der Gleichpreisigkeit von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln bei der Abgabe an die Patientinnen und Patienten ist die wohnortnahe und flächendeckende Arzneimittelversorgung  in Deutschland aufgebaut. Gleichpreisigkeit bedeutet Verbraucherschutz und verhindert das Übervorteilen von kranken Menschen. Für eine qualitätsgesicherte Arzneimittelversorgung durch wohnortnahe, inhabergeführte Apotheken bildet die Gleichpreisigkeit das Fundament und verhindert zum Wohle der Bevölkerung einen ruinösen Preiswettbewerb. Die Apothekerinnen und Apotheker verschließen sich weder dem Fortschritt noch neuen Aufgaben und sind jederzeit bereit, Weiter- und Neuentwicklungen im Gesundheitswesen zum Wohle der Patientinnen und Patienten aktiv mitzugestalten, gerade auch vor dem Hintergrund einer älter werdenden Gesellschaft und dem damit verbundenen  Anstieg an pflegebedürftigen Menschen. Apothekerinnen und Apotheker bringen sich aktiv in Projekte der Digitalisierung wie beispielsweise die Einführung des eRezeptes ein.

Um diese Aufgaben meistern zu können, ist jedoch die Gleichpreisigkeit von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln  die Voraussetzung, da nur so eine flächendeckende  Arzneimittelversorgung langfristig sichergestellt werden kann. Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 19.10.2016 gelten die Vorschriften der Arzneimittelpreisverordnung nicht für ausländische Versandapotheken. Dieser Zustand ist unhaltbar. Die einzig zielführende Maßnahme, um diese Gleichpreisigkeit wiederherzustellen,  ist der Ausschluss von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln vom Versandhandel.

Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie sich zeitnah für die Sicherung der flächendeckenden Arzneimittelversorgung ihrer Bevölkerung zu jeder Tag- und Nachtzeit durch die wohnortnahen Apotheken in Deutschland einsetzt und ihre Vereinbarung im Koalitionsvertrag umsetzt.

Die Pressemitteilung und den Wortlaut der Resolution finden Sie auch unter www.apothekerkammer.de

Pressekontakt der Landesapothekerkammer Hessen:
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Susanne Pfeiffer
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Mit der Resolution fordert die Delegiertenversammlung der Landesapothekerkammer Hessen die Einhaltung des Koalitionsvertrages ein. © Foto: Landesapothekerkammer Hessen