Guter Vorsatz 2019: Endlich rauchfrei werden

Hannover | 02.01.2019

In der Apotheke vor Ort werden Entwöhnungswillige unterstützt

Der Beginn des neuen Jahres ist oft der Startschuss für die berühmten guten Vorsätze. Ein Vorhaben vieler Raucher: endlich rauchfrei werden. Und das aus gutem Grund, denn Tabakkonsumenten leben durchschnittlich zehn Jahre kürzer als Nichtraucher – allein in Deutschland sterben vermutlich rund 110.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Verschreibungsfreie Nikotinersatzprodukte wie Pflaster, Kaugummi & Co. aus der Apotheke steigern die Chancen auf einen erfolgreichen Ausstieg. Doch nicht jedes Produkt passt zu jedem Rauchertyp, weiß die Apothekerkammer Niedersachsen. Während sich kurzwirksame Präparate wie Mundspray oder Kaugummi eher für Gelegenheitsraucher eignen, sind Pflaster für jene, die regelmäßig zur Zigarette greifen, empfehlenswert. Auch wenn sie als weniger schädlich gilt: Zur Entwöhnung ist die E-Zigarette kein Mittel der Wahl. In den meisten Fällen enthält die verdampfte Flüssigkeit ebenfalls Nikotin und das als bedenklich eingestufte Verneblungsmittel Propylenglykol.

Zug um Zug

Im Tabak sind circa 4.800 unterschiedliche Stoffe enthalten, von denen mindestens 90 gesichert oder mutmaßlich mutagen, also erbgutverändernd, oder carcinogen, sprich: krebsfördernd, sind. Neben Nikotin, Kohlenmonoxid und Teer sind aber auch Cyanide, Benzol, Schwermetalle und Nitrosamine enthalten, die beim Rauchen inhaliert werden. Mit jedem Zigarettenzug steigt daher auch das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder Krebs: Bei Rauchern ist das Herzinfarktrisiko um 65 Prozent erhöht, rund zwei Drittel der Krebserkrankungen der Atemwege werden durch Tabakkonsum verursacht.

Rauchentwöhnungstherapie

Mit verschreibungsfreien, apothekenpflichtigen Nikotinersatzprodukten sind Entzugswillige auf dem richtigen Weg zum rauchfreien Leben. Ziel dieser Präparate ist es, vorübergehend Nikotin ohne begleitende Schadstoffe aus dem Tabakrauch in absteigender Dosierung zuzuführen. Die Nikotinersatzprodukte werden in verschiedenen Darreichungsformen und Stärken angeboten. Die Pflaster (2 mg, 4 mg) mit ihrem sehr konstanten Nikotinserumspiegel schützen am besten vor auftretenden Entzugserscheinungen. Nikotinkaugummis (2 mg, 4 mg) in verschiedenen Geschmacksrichtungen, Lutschtabletten (1,5, 2 mg und 4 mg), Inhaler (15 mg/Patrone) und Mundsprays vermitteln wegen ihrer höheren Anflutgeschwindigkeit eher das Gefühl, Kontrolle über die Nikotinzufuhr zu haben. Verschreibungspflichtiges Nikotinnasalspray imitiert am ehesten die Geschwindigkeit der Nikotinfreisetzung durch Tabakprodukte.

Durchhalten lohnt sich

Raucher sollten bei der Entwöhnung einen langen Atem haben, denn die Nikotinersatztherapie (NET) dauert zwischen acht bis zwölf Wochen. Während dieses Zeitraums wird die Nikotindosis nach und nach reduziert. Bei starken Rauchern hat sich die Kombination von langwirksamen Produkten zum Beispiel in Form eines Pflasters mit einem kurzwirksamen Produkt (Kaugummi, Spray) als sehr wirkungsvoll erwiesen. Welches Präparat sich am besten eignet, damit die guten Vorsätze nicht verpuffen, erfahren Betroffene in der Apotheke vor Ort. In einem Beratungsgespräch kann der Arzneimittelfachmann das passende Produkt empfehlen und dem Entzugswilligen hilfreiche Tipps zu Rauchentwöhnung mit auf den Weg geben. Doch mit der Nikotinersatztherapie allein ist es nicht getan. Voraussetzung für einen Erfolg ist: Der Patient will wirklich aufhören. Dann kann der Apotheker hilfreich zur Seite stehen und die Entscheidung zum Entzug immer wieder bestärken.

Positive Auswirkungen? Sofort!

Auch wenn die Krankenkassen die Kosten für eine Nikotinersatztherapie (NET) trotz wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Wirksamkeit nicht übernehmen, ist sie wegen der geringen Nebenwirkungen die erste Wahl auf dem Weg zum Nichtraucher. Erste Verbesserungen treten binnen kürzester Zeit auf. Schon nach 20 Minuten ohne Zigarette normalisiert sich der Puls, die Ausschüttung des Stresshormons Dopamin wird gesenkt. Nach acht Stunden „ohne“ sinken sowohl der Sauerstoff- als auch der Kohlenmonoxidspiegel auf Normalwerte, nach einer Woche normalisiert sich der Blutdruck. Wenige Monate später verschwindet die Kurzatmigkeit, die Nasennebenhöhlen werden freier und der Hustenreiz sinkt. Langfristig profitiert der gesamte Körper buchstäblich sichtbar von der Entwöhnung – die Haut wird glatter und rosiger, Verfärbungen an Fingern, Händen und Lippen verblassen. Nach circa fünf Jahren ist das Risiko eines Ex-Rauchers, an Lungenkrebs zu sterben, auf die Hälfte geschrumpft.

Sucht erkennen

Viele Raucher glauben, ihren Zigarettenkonsum jederzeit kontrollieren zu können und nicht nikotinabhängig zu sein. Doch der oft übergroße Wunsch nach einer Zigarette, Entzugserscheinungen wie Reizbarkeit oder Ängstlichkeit und die Notwendigkeit, den Nikotinlevel für den richtigen „Kick“ immer weiter erhöhen zu müssen – trotz der bekannten gesundheitlichen Gefahren –, weisen auf eine Sucht hin. Betroffene, die nicht sicher sind, in welchem Maß sie nikotinabhängig sind, können sich ebenfalls von ihrem Apotheker beraten lassen.

Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

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