Jeder Fünfte leidet an Schlafstörungen

Hannover | 05.02.2019

Apotheker beraten zu den Grenzen der Selbstmedikation

Der Mensch benötigt pro Nacht sechs bis acht Stunden Schlaf, um sich ausreichend zu erholen. Doch so gut wie jeder Mensch befindet sich aufgrund von Stress oder Krisen ab und an in einer Phase, in der das Einschlafen schwerfällt oder die Nacht alles andere als geruhsam ist. Von Schlafstörungen ist allerdings erst die Rede, wenn das Ein- oder Durchschlafen über Monate hinweg an mindestens drei Tagen in der Woche nicht möglich ist. Das kann weitreichende Folgen haben: von Müdigkeit und Abgeschlagenheit am nächsten Tag bis hin zu Depressionen, Übergewicht oder Herz- und Kreislauferkrankungen. Bevor Betroffene in Eigenregie zu Medikamenten greifen, sollte die eigene Schlafhygiene, also die Bedingungen, die einen gesunden Schlaf fördern, unter die Lupe genommen werden, rät die Apothekerkammer Niedersachsen. Neben einer schlechten Schlafhygiene kann sich auch die Einnahme oder die Wechselwirkung von Arzneimitteln negativ auf den Schlaf auswirken.

Schlafstörungen durch Medikamente

Betablocker nehmen etwa Einfluss auf die Herzfrequenz, sodass der Puls sinkt und man sich schlapp und antriebslos fühlt. Fällt der Blutdruck am Abend oder in der Nacht ab, behindert dies das Einschlafen oder kann den Schlaf stören. Die Einnahme von ACE-Hemmern kann zu Reizhusten führen und das Einschlafen somit erschweren. Diuretika behindern eine geruhsame Nacht unter Umständen dadurch, dass man aufgrund der Harndrang fördernden Wirkung nachts die Toilette aufsuchen muss. Wer schleimlösende Arzneien einnimmt muss in der Nacht möglicherweise aufstehen, um den Schleim abhusten zu können.

Häufig betroffene Wirkstoffe

Bestimmte Arzneien und Wirkstoffe führen besonders häufig zu Schlafstörungen. Dazu zählen antriebssteigernde Antidepressiva, stimulierende Präparate wie Appetithemmer sowie durchblutungsfördernde Medikamente oder fehldosierte Antidiabetika. Auch verschiedene Hormonpräparate wie Kortison und Schilddrüsenhormone sowie bestimmte abschwellende Nasentropfen oder Asthmamedikamente können zu Schlafstörungen führen, erklären die Arzneimittelexperten.

Stimmt der Einnahmezeitpunkt?

Werden die Präparate zwingend benötigt, kann der Apotheker Tipps zum richtigen Einnahmezeitpunkt oder der richtigen Dosierung geben, damit Schlafstörungen vermieden werden können. Auch kann es sinnvoll sein, die ersten zwei bis drei Wochen durchzuhalten, teilweise nehmen die Nebenwirkungen ab. Der Betroffene sollte in diesem Fall ein Schlaftagebuch führen und dies dem Arzt oder Apotheker zu zeigen.

Die richtige Schlafhygiene

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Ein strukturierter Tagesablauf, regelmäßige Bewegung sowie feste Schlafzeiten helfen dem Körper, sich an feste Abläufe zu gewöhnen und besser einzuschlafen. Sport ist dabei nicht nur gut für die Gesundheit, sondern macht den Körper auch im wahrsten Sinne des Wortes müde. Ratsam ist es jedoch, große Anstrengungen am Abend zu vermeiden und sich lieber am Morgen oder Nachmittag richtig auszupowern. Hilfreich ist zudem, sich kleine Rituale vor dem Zubettgehen anzugewöhnen, etwa eine Bettlektüre, ein entspanntes Bad oder ein Spaziergang. Auf dem Smartphone herumzudaddeln oder eine Folge der Lieblingsserie zu schauen ist jedoch keine gute Idee und behindert das Einschlafen eher noch zusätzlich. Für Handy, Laptop und Co empfehlen Apotheker: keine technischen Geräte bis zur Bettkante!

Hilfe aus der Apotheke

In der Apotheke vor Ort geben Apotheker gern Tipps für einen erholsamen Schlaf und zeigen die Grenzen der Selbstmedikation auf. Jeder Patient, der mehr als drei Arzneimittel einnimmt, hat zudem Anspruch auf einen Medikationsplan. Apotheker können damit u.a. feststellen, ob Mehrfachverordnungen durch verschiedene Ärzte Grund für die Schlafstörungen sind.

Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören über 7.800 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

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