Landesapothekerkammer Hessen fordert: Politik muss endlich handeln

Gleichpreisigkeit ist Verbraucherschutz

Die Krise der vergangenen Monate hat verdeutlicht, wie hervorragend die Apotheken vor Ort innerhalb kürzester Zeit auch die Versorgung mit den in Apotheken hergestellten Desinfektionsmitteln flächendeckend auf die Beine gestellt haben, denn industriell hergestellte Desinfektionsmittel waren nicht verfügbar. Dank sehr guter Hygienepläne und Organisation waren praktisch alle Apotheken fortwährend für die Menschen Ansprechpartner vor Ort und haben auch in Krisenzeiten die Arzneimittelversorgung bestens sichergestellt. So wurden, dort wo es möglich war, die Öffnungszeiten an die Bedürfnisse der Kunden angepasst, die Versorgung per Botendienst ausgeweitet und Schutzausrüstung auf eigene Kosten angeschafft oder hergestellt.

Wie sich eine freie Preisgestaltung bei entsprechend knappem Angebot entwickeln kann, hat die Krise allerdings auch gezeigt. Schutzausrüstung wurde in der Anfangsphase der Pandemie überteuert angeboten, selbst systemrelevante Berufsgruppen wurden bei der notwendigen Beschaffung übervorteilt. Ein warnendes Beispiel, das auch bei verschreibungspflichtigen Medikamenten denkbar wäre: Werden sie nicht überall zum gleichen Preis angeboten, droht eine Ungleichbehandlung der Patientinnen und Patienten. Dem soll das Vor-Ort-Apothekenstärkungsgesetz (VOASG) entgegenwirken und die Gleichpreisigkeit bei rezeptpflichtigen Arzneien für den Bereich der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sichern. Doch das notwendige Votum der EU-Kommission steht bereits seit Monaten aus. Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, fordert: „Der Bundesgesundheitsminister muss nun endlich handeln, das fordern auch immer mehr Abgeordnete des Deutschen Bundestags. Ist das Apothekenstärkungsgesetz nicht durchsetzbar, muss der jetzt von Gesundheitspolitikern wieder aufs Tapet gebrachte Vorschlag, den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln auf das europarechtlich gebotene Maß zurückzuführen, aus Verbraucherschutzgründen konsequent umgesetzt werden, damit die Gleichpreisigkeit endlich wiederhergestellt wird. Nur durch die ordnungspolitische Unterstützung kann die zuverlässig gewachsene Struktur der Apotheken vor Ort langfristig erhalten bleiben.“

Apotheke tragende Säule des Gesundheitssystems

Die flächendeckende Arzneimittelversorgung durch die Apotheken ist für die Bevölkerung essenziell, das hat die Covid-19-Krise eindrücklich gezeigt und gleichzeitig den Mehrwert der öffentlichen Apotheke – die persönliche Beratung und Betreuung vor Ort – unterstrichen. Strukturen, die von der Politik unbedingt geschützt werden müssen. „Die Apothekenteams stehen den Menschen nicht nur mit ihrem Know-how zur Seite, beraten ausführlich und geben Medikamente ab. Sie gehen auch einfühlsam auf die oftmals verunsicherten Patienten ein und leisten viel Aufklärungsarbeit,“ umreißt Funke das breite Spektrum der Vor-Ort-Apotheke. Zwar war der Druck, der gerade in den letzten Wochen auf den Apothekern lastete, besonders groß. Doch die flächendeckende, wohnortnahe und zuverlässige Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln war und ist sichergestellt. Damit das langfristig so bleibt, muss die Politik endlich handeln.

Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 6.300 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Diese Pressemitteilung finden Sie auf www.apothekerkammer.de.
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